Heinz Mack - Ohne Titel


Titel: Ohne Titel
Jahr: 2022
Technik: mit feinsten Pigmenten produzierte Grafik auf Büttenpapier
Format: 60 x 70 cm
Auflage: 50, signiert, datiert & nummeriert
Lieferzustand: ungerahmt
Das Handelsblatt blickt im Jahr 2026 auf 80 Jahre publizistische Geschichte zurück, die WirtschaftsWoche auf ein Jahrhundert wirtschaftsjournalistischer Tradition. Diese besonderen Jubiläen werden zum Anlass genommen, eine exklusive Reihe von Kunsteditionen zu realisieren. Für deren Entwicklung konnte der international tätige Kurator Dirk Geuer gewonnen werden. Für die Jubiläumseditionen hat er mit Heinz Mack einen der bedeutendsten Künstler der deutschen Nachkriegsmoderne ausgewählt. Sein Werk steht für eine Idee, die heute aktueller denn je erscheint: die Schönheit.
In einer Zeit, die von Krisen, Konflikten und einer kaum überschaubaren Bilderflut geprägt ist, in der das hässlichste Bild an der Wand der laufende Fernseher ist, scheint Schönheit oftmals in den Hintergrund zu treten. Dabei ist sie weit mehr als eine ästhetische Kategorie. Sie kann Orientierung geben, Hoffnung stiften und daran erinnern, zu welchen schöpferischen Leistungen der Mensch fähig ist. Genau dieser Gedanke durchzieht das Werk von Heinz Mack.
Der Mitbegründer der legendären ZERO-Bewegung feierte in diesem Jahr seinen 95. Geburtstag. Heinz Mack, 1931 geboren, zählt zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen Nachkriegsmoderne und zu den wichtigsten Lichtkünstlern unserer Zeit. Gemeinsam mit Otto Piene und Günther Uecker entwickelte er Ende der 1950er-Jahre eine neue künstlerische Sprache, die Licht, Bewegung und Raum in den Mittelpunkt rückte und Kunstgeschichte schrieb.
Seit über 75 Jahren oder über sieben Jahrzenten bildet das Licht den Ausgangspunkt seines Schaffens. „Licht ist das Thema meines Lebens“, sagte Mack einmal. Weltweit bekannt wurde er mit seinen silbernen Reliefs, Lichtstelen, Rotationsobjekten und spektakulären Kunstprojekten in der Wüste und der Arktis. Seine Arbeiten machen das Unsichtbare sichtbar: Energie, Rhythmus und die Veränderlichkeit der Wahrnehmung.
Dabei versteht Mack seine Kunst stets auch als Gegenentwurf zu den Verwerfungen der Gegenwart. Immer wieder hat er betont, dass Schönheit für ihn keine Flucht aus der Realität bedeutet, sondern eine bewusste Haltung. Kunst könne, so seine Überzeugung, dem Zerstörerischen etwas entgegensetzen und Räume schaffen, in denen Harmonie, Maß und Menschlichkeit erfahrbar werden.
Diese Haltung spiegelt sich auch in den sogenannten „Chromatischen Konstellationen“, einer Werkgruppe, die zu den Höhepunkten seines Spätwerks zählt. Aus fein abgestuften Farbfeldern entwickelt Mack Bildräume von außergewöhnlicher Leuchtkraft. Farbe wird hier zu Licht – vibrierend, schwebend und von innerer Bewegung erfüllt. Rhythmische Ordnung, visuelle Harmonie und die Energie des Farbklangs verbinden sich zu Kompositionen von meditativer Klarheit.
Für die Jubiläen von Handelsblatt und WirtschaftsWoche hat Heinz Mack nun exklusiv eine Edition aus dieser Werkgruppe freigegeben. Das Blatt entstand 2022 und gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen seiner späten Farbkompositionen. Mit großer Sensibilität entfaltet Mack ein Spektrum leuchtender Farbübergänge, die sich zu einer harmonischen, beinahe musikalischen Gesamtwirkung verbinden. Die jahrzehntelange Meisterschaft des Künstlers im Umgang mit Farbe, Licht und Struktur wird hier in besonderer Weise erfahrbar.
Heinz Mack nahm mehrfach an der documenta sowie der Biennale von Venedig teil und erhielt zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen. Seine Werke befinden sich in renommierten Museen weltweit, darunter die Neue Nationalgalerie in Berlin, die Tate Gallery in London und das Museum of Modern Art in New York.
Die Edition bietet die seltene Gelegenheit, ein handsigniertes Werk eines Künstlers zu erwerben, dessen Einfluss auf die internationale Gegenwartskunst nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Vor allem aber verkörpert sie eine Idee, die Heinz Macks gesamtes Werk durchzieht: die bewusste Entscheidung für Schönheit als Gegenentwurf zu einer oft widersprüchlichen Welt.