HA Schult

HA Schult

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HA Schult

Kurzbiographie des Künstlers:

1939 in Parchim geboren, wuchs HA Schult in den Trümmern von Berlin auf und studierte von 1958 bis1961 mit Gerhard Richter, Sigmar Polke und Franz E. Walther an der Düsseldorfer Kunstakademie bei K.O.Götz.1962 bis 1992 lebt und arbeitet er in München, Köln, New York und Berlin, seit 1992 wieder in Köln. Seit 2009 mit Ferdinand Dudenhöffer Gründungsdirektor des ÖkoGlobe Instituts an der Universität Duisburg-Essen.

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In den 60ern erfand er die Begriffe “Macher” und “Biokinetik”. Seitdem stellt er die soziale Fauna von Städten und Landschaften in den Mittelpunkt seiner Arbeit. So Venedig (“Venezia Vive”,1976), New York (“Crash”,1977, “Trash City”, 1983, “Now”,1983), Berlin (“Die Stadt”,1982, “New York ist Berlin”,1985), Köln (“Fetisch Auto”,1989), St. Petersburg (“Marble Time”, “Der Krieg”,1994), Deutschland (“Aktion 20.000 km”,1970), das Ruhrgebiet (“Ruhr-Tour”,1978) und das Rheinland (“Rheingeist”,1996).

1998 realisiert er den “Friedensspeicher” in Osnabrück,1999 das “Hotel Europe” an der Flughafenautobahn Köln-Bonn, 2001 “Love Letters” in Berlin, 2003 “Trees for Peace” auf Zollverein Essen, 2010/11 “Corona Beach Garbage Hotel” in Rom und Madrid, 2013 “Beaches Are Rebelling”, Barcelona, 2014 “Home-Heimat”, Siegburg, “WIR das Tier”, München, 2015 “Angesichts Karl Marx”, Trier, “Ratinger Freiheit”, Düsseldorf, 2016 “Daheim – At Home”, Düsseldorf, “Preussen Goes Europe“, Berlin, “Stille Nacht”, Köln, 2016/17 “Freiheit”, Hamburg/Düsseldorf, 2017 “Hope“ und “Casa Utopia” in Köln, “Slag People Go Berlin”.

Seit 1996 standen die “Trash People“ in Xanten, Paris, Moskau, Peking, Kairo, Zermatt, Kilkenny, Gorleben, Brüssel, Köln, Graz, Rom, Barcelona, Washington,D.C., Syrakus, Fabriano, Telgte, Monschau, in der Arktis, in Tel Aviv, Luxemburg, München, Düsseldorf und Berlin. In Vorbereitung sind San Pedro de Atacama und NYC.

2015/16 entstand für die Globale des ZKM Karlsruhe der Aktionszyklus “Action Blue “, Paris, Luxemburg, Trier, Karlsruhe, Melsungen, Köln, Düsseldorf, Berlin, Warschau, Vilnius, Riga, Tallinn, St.Petersburg, Moskau, Nizhny Novgorod, Kasan, Tschaikowski, Ufa, Tscheljabinsk, Petropawl, Astana, Karaganda, Balkhash Stadt, Balkhasch See, Almaty, Yueya Quan, Dunhuang, Yumen, Wuwei, Jiayuguan, Dejing, Yinchuan, Yan’an, Wanhuanshen, Xi’an, Talyuan, Duerping, Shijiazhuang, Tongzhou und Peking.

HA Schult zählt zu den ersten Künstler, die das ökologische Ungleichgewicht in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellten. Seine Arbeiten wurden auf allen Kontinenten gezeigt und sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, wie dem Solomon R. Guggenheim Museum, NYC, dem MoMA, Museum of Modern Art, NYC, der Roy Lichtenstein Foundation, NYC, der National Gallery of Art, Washington, D.C., der Tate Gallery, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem ZKM, Zentrum für Kunst- und Medientechnologie, Karlsruhe, dem State Russian Museum, St. Petersburg, dem CAFA Art Museum, Peking, dem DAHUA 1935 – Art Museum, Xi’an, dem Zendai Museum, Shanghai, der Neuen Galerie im Joanneum, Graz, dem Museum Ludwig, Köln, dem DHM, Deutsches Historisches Museum, Berlin, dem Haus der Geschichte, Bonn und dem Getty Research Center, Los Angeles. Er nahm 1972 und 1977 an der documenta teil.

Foto ©: Ansgar van Treeck

Foto ©: Ansgar van Treeck

FREIHEIT. EINE AKTION VON HA SCHULT

„Die Freiheit einer Gesellschaft ist so groß wie die, die sie ihrer Kunst gibt. Ich wollte immer eine Kunst machen im Leben der Menschen, auf ihren Straßen und Plätzen. Die Aktionskunst ist die jüngste Kunstform unserer Zeit, sie bewegt die Völker, macht Politik und verrückt das Leben.“ – HA Schult Mit der Frage „Wo steht die Freiheit heute?“ rief der deutsche Aktionskünstler HA Schult die Düsseldorfer Bürger auf, in den Dialog mit der Kunst zu treten. Ergebnis ist die sogenannte Freiheitswand, die vor dem ehemaligen Gerichtsgebäude in der Mühlenstraße vom 22. Juni bis 10. Juli 2017 zu sehen ist. Als Kunstwerk und Mahnmal zugleich hält sie hunderte, eingesendete Antworten auf diese Frage bereit und korrespondiert mit der Hamburger Freiheitswand aus dem Jahr 2016.

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Foto ©: Ansgar van Treeck / Sebastian Hartz

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NOW! HA SCHULT, 1972, 1983, 2017

Nur wenige Meter von der 20 x 5 Meter großen Freiheitswand entfernt, bespielt der 1939 geborene Künstler den hinteren, von der Neustraße einsehbaren Galeriebereich der Geuer & Geuer Art mit einer Floor Sculpture aus zerknüllten Zeitungen und Coca Cola Dosen. Mittig in dieser platziert, erhebt sich ein Crashman, eine Skulptur aus Schrott und Müll, in deren Brust ein Flugzeugkörper eingelassen ist. Im Hinblick auf die beiden Grafiken, welche die New Yorker Twin Towers zeigen und Bestandteil der Installation sind, wird der Bedeutungsumfang der gegenwärtigen Aktion deutlich. Diese geht auf eine New Yorker Straßenaktion aus dem Jahr 1983 zurück, in welcher HA Schult die Washington Street mit über 300.000 zerknüllten Exemplaren der New York Times ausgelegt und die Straße in eine apokalyptische Mülllandschaft verwandelt hatte. Die Zeitungen wurden anlässlich der Aktion eigens für ihn gedruckt und von der New York Times zur freien Verfügung gestellt.

HA Schult, der von 1980 bis 1986, in New York lebte, realisierte bereits 1977 eine Aktion in der Weltmetropole. So ließ er unter dem Titel „Crash“ ein Flugzeug an dem World Trade Center vorbeifliegen und später in eine Müllhalde stürzen. Der Absturz wurde via Satellit auf der documenta 6 übertragen. Es war die erste Satellitenübertragung in der Kunstgeschichte überhaupt. Originalfotografien sowie historisches Filmmaterial sind in der Ausstellung ebenfalls zu sehen.

Seine künstlerische Auseinandersetzung mit der Coca Cola Dose, die als Synonym für Konsum zu verstehen ist, knüpft an die „biokinetische Landschaft“ an, ein mir Abfallprodukten und Cola Dosen gefüllter Schaukasten, der bereits 1972 auf der documenta 5 präsentiert und als provokative Konsumkritik von HA Schult inszeniert wurde. Mit „Now!“ knüpft HA Schult an alle erwähnten Aktionen an und zieht den Bogen von 1972 bis heute in unsere Gegenwart. Indem er Terror und Konsum miteinander verschränkt, macht er auf ihre verborgene Kausalität ebenso kritisch wie provokativ aufmerksam und lädt zum Nachdenken ein.

Die Installation „Now! HA Schult 1972, 1983, 2017“ kann bis Mitte September in der Galerie Geuer & Geuer Art besucht und während der Öffnungszeiten auch betreten werden.